Rundschreiben an Eltern und Lehrer

Liebe Eltern, liebe Lehrerinnen und Lehrer,

ich bin Psychologe, lebe und arbeite in Potsdam. Ich habe Frau Britta Ernst als Bildungsministerin und Frau Ursula Nonnemacher als Gesundheitsministerin von Brandenburg sowie Herrn Schubert als Oberbürgermeister von Potsdam am 06.08.2020 über die Unverhältnismäßigkeit des Tragens von Masken an Schulen im Vergleich zur Corona-Gefahrenlage informiert. Nun wende ich mich mit diesem Rundschreiben direkt an alle Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen in Brandenburg. Denn Sie als Eltern und LehrerInnen sind in der Verantwortung, zum Wohl Ihrer Kinder zu prüfen, welchen Einfluss die Maskenpflicht auf die gesundheitliche und psychosoziale Entwicklung Ihrer Kinder hat und inwieweit die Masken-Anordnung auf rationalem Sachverstand oder auf Angst basiert.

1) Niemand wird bestreiten, dass eine Mund-Nasen-Maske die Atmung erheblich erschwert. Jeder kennt die Schwierigkeiten, durch eine Maske zu atmen, vor allem wenn die Temperaturen heiß sind. Der Sauerstoffgehalt der eingeatmeten Luft sinkt, der CO2-Gehalt steigt. Das Einatmen von Keimen, die in der feucht-warmen Maske wuchern, steigt ebenfalls. Was für Asthmatiker gesundheitsbedrohlich ist, kann bei anderen Kindern nicht gesundheitsförderlich sein. Da selbstgenähte Masken oder Schals aufgrund der Großporigkeit selbst vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (1) in ihrer Schutzfunktion nicht bestätigt wurden („Träger der beschriebenen Mund-Nasen-Bedeckungen können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde.“), ist die Nutzung und tägliche Erneuerung von medizinischen Masken notwendig. Alles andere wäre nur eine Pseudo-Schutzmaßnahme, die das Vertrauen in die behördlichen Corona-Maßnahmen weiter sinken lässt. Eine tägliche Bereitstellung von medizinischen Masken wird für viele Familien jedoch schnell zu einer finanziellen Belastung, zumal spätestens im nächsten Jahr die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lock-Downs in vielen Familien zur Geltung kommen werden. Da wir in Brandenburg eine gesetzliche Lehr- und Lermittelbefreiung (2) haben und der Maskenzwang eine behördliche Anordnung darstellt, um am Unterricht in den Klassenräumen teilzunehmen, stellt sich die Frage einer Kostenerstattung. Zumindest für Schülerinnen und Schüler, für die der Eigenanteil gemäß § 12 entfällt, sollte sich Bildungsministerin Ernst um eine Kostenübernahme oder die Bereitsstellung von Masken kümmern.

2) Das Tragen von Masken hat negative Auswirkungen auf die psychische und soziale Entwicklung von Kindern. „Daran stirbt kein Kind.“ ist ein Totschlagargument ohne Sinn und Verstand. Die Frage muss lauten, was wir unseren Kindern noch alles zumuten wollen bzw. was wir mit ihnen geschehen lassen. Unsere Kinder sind sensible und schutzbedürftige Wesen, dich sich nicht selbst wehren können bzw. nicht entscheiden können, welche Maßnahmen angemessen sind. Dass unsere Kinder und Jugendliche nicht alles aushalten und bereits vor Corona stark belastet waren, lässt sich vielfach belegen:

–> Zwischen 2010 und 2017 wurden bei unter 18-Jährigen plus 57% Anpassungsstörungen, plus 37% Entwicklungsstörungen, plus 22 % Sozialverhaltensstörungen diagnostiziert. (3)

–> Ca. 25% aller Schüler und Schülerinnen haben psychische Probleme. (4)

–> Die Verabreichung von Psychopharmaka ohne pflanzliche/homöopathische Mittel nahm zwischen 2004 und 2012 um ca. 50 % bei Kindern und Jugendlichen zu. (5)

Wie sinnvoll ist die Maskenpflicht an Brandenburger Schulen?

Wir alle haben in den letzten Monaten die teilweise Rückkehr ins normale Leben miterlebt. Das Leben in den Cafés, Biergärten, Spielplätzen, auf privaten Feiern, am See etc. erfolgt mehrheitlich ohne Masken und ohne Einhaltung von Mindestabständen. Laut Brandenburger Ärzteblatt hatte alle „Lockerungen“ des Lock-Downs keine Auswirkung auf die Corona-Zahlen. Das hochinfektiöse Corona-Virus existiert weiterhin in Brandenburg und dennoch haben wir in Brandenburger Kliniken seit über zwei Monaten an keinem Tag mehr als 3 Corona-Intensivpatienten gehabt. Wir waren und sind weit entfernt von einer Überlastung des Gesundheitssystems, der einzig sinnvollen „Richtschnur all unseres Handelns: die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, […] unsere Krankenhäuser wären völlig überfordert, wenn in kürzester Zeit zu viele Patienten eingeliefert würden, die einen schweren Verlauf der Coronainfektion erleiden.“ Angela Merkel, Fernsehansprache vom 18.03.2020.

1) Aus der anfänglichen Eindämmung des Virus, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, ist eine generalisierte Angst vor Viren, Infektionen, Erkrankungen und den Infektionsüberträgern geworden. Die Schuldzuschiebung auf unsere Kinder hat das Bundesministerium für Inneres (6) bereits Anfang März als Kommunikationsstrategie festgelegt: „Um die gewünschte Schockwirkung zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden. […] Kinder werden sich leicht anstecken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen, z.B. bei den Nachbarskindern. Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, Schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann.“ Kein Kind trägt die Schuld am Tod anderer Mensch im Zusammenhang mit einem Erkältungsvirus!

2) Auch die Vermutung von Professor Wieler (RKI): „Auch jüngere Menschen könnten an Covid-19 erkranken. Und sie könnten auch daran sterben.“ ist inzwischen durch Studien als Panikmache widerlegt worden, da „das Risiko, im Zusammenhang mit COVID-19 zu versterben, in den jüngeren Altersklassen minimal“ (7) ist. Kinder sind nicht über das gewöhnliche Risiko des Lebens hinaus gefährdet, im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung zu sterben.

Warum habe ich Sie angesschrieben?

Weil die Angst und Verunsicherung durch die Anordnung der Maskenpflicht in den Schulgängen bei LehrerInnen und SchülerInnen weiter aufrecht erhalten oder sogar angeheizt wird. Auch der im Herbst zu erwartende saisonale Anstieg an Infektionen mit neuen oder bekannten Corona-Viren kann keine Notwendigkeit für die Einführung einer Maskenpflicht für Schüler und Schülerinnen darstellen. Oder mit den Worten von  Prof. Dr. Uwe Volkmann: „Es kann nicht das Ziel der gegenwärtigen Politik sein, Ansteckung und damit die Ausbreitung der Krankheit um jeden Preis zu vermeiden. Ein solcher Krankheitvermeidungsabsolutismus ist kein Ziel, das sich sinnvollerweise erreichen lässt.“ Zur gesunden Entwicklung unserer Kinder gehören eben auch die Grundrechte wie das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung, das Recht auf freie Selbstbestimmung, das Recht auf sinnvolle Bildung, das Recht auf natürliche Immunisierung usw. Wir Erwachsenen müssen diese Rechte einfordern, wenn PolitikerInnen diese unverhältnismäßig einschränken.

–> Bitte setzen Sie sich für die Interessen Ihrer Kinder bei LehrerInnen, Schulleitung und PolitikerInnen ein.

–> Sprechen Sie mit anderen Eltern über deren Umgang mit der Maskenpflicht und den anderen Corona-Maßnahmen an den Schulen.

–> Nehmen Sie Ihren Kindern die Angst vor einer Infektion und insbesondere den Schuldkomplex, der Überträger eines Erkältungsvirus zu sein.

Es ist Zeit, Herrn Prof. Dr. Harald Welzer (Soziologe) zu widerlegen, der 2018 in einem Interview sagte: „80% der Menschen interessieren sich einen Scheiß für irgendwas und machen alles mit.“ Nein, es ist mir nicht egal, was mit unseren Kindern und der Zukunft unserer Kinder geschieht.

Bitte helfen Sie, indem Sie dieses Rundschreiben an Eltern, LehrerInnen und ErzieherInnen weiterleiten.

Mit herzlichen Grüßen

Enrico Möglich

(1) https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html

(2) https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lernmv#6

(3) www.zi.de/presse/presseinformationen/19-mai-2020/?L=0&utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=VPP-Newsletter+Juni&newsletter=VPP-Newsletter+Juni

(4) www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-friedberg-hessen-dak-ein-viertel-aller-schueler-haben-psychische-probleme-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200205-99-779894)

(5) www.aerzteblatt.de/archiv/179542/Psychopharmaka-Verordnungen-bei-Kindern-und-Jugendlichen-in-Deutschland

(6) https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/

(7) www.aerzteblatt.de/archiv/214402/Altersabhaengigkeit-der-Todesraten-im-Zusammenhang-mit-COVID-19-in-Deutschland